Die Friedberger Erste hat sich in Günzburg beim schwäbischen Derby mit 31:28 (15:18) durchgesetzt. In einem oft hochklassigen Spiel vor einer beeindruckenden Kulisse war der TSV aber vor der Pause stark unter Druck.

Zunächst sahen die gut 900 Zuschauer in der Günzburger Rebayhalle nämlich die Vorteile bei ihrer Mannschaft. Der VfL war offensiv gut auf die Friedberger 6 – 0 – Deckung eingestellt. Die schnellen Halben setzten den oft zu statisch agierenden Innenblock der Gäste gekonnt unter Druck. Besonders der frühere Friedberger Manuel Scholz spielte groß auf und machte einige schöne Tore.

Im Angriff hatten die Friedberger mit der offensiven 3 – 2 – 1 – Formation der Günzburger einige Probleme. Zudem hatte deren Torwart Patrick Bieber einen glänzenden Tag erwischt, er sorgte mit vielen umjubelten Paraden dafür, dass seine Farben stets in Front waren.

Über Zwischenstände von 7:5 und 10:7 war der VfL so auch zur Pause vorne. Das 18:15 für Günzburg ließ die vielen Heimfans auf den nächsten Erfolg hoffen. Der Friedberger Anhang glaubte aber an die Comeback – Qualitäten seines Teams.

Und er sollte nicht enttäuscht werden. Felix Dorsch kam für den glücklosen Benjamin von Petersdorff in den Kasten, zudem stellte der TSV defensiv auf eine 5 – 1 – Formation um. Stefan Tischinger gab einen aufmerksamen und schnellbeinigen Vorgezogenen, welcher das Günzburger Angriffsspiel stark hemmte.

Denn jetzt lahmte es vorne beim VfL, das Spiel begann sich langsam zu drehen. Erst nach neun Minuten kassierte der TSV sein erstes Gegentor in Durchgang zwei. Dorsch hielt stark und half seiner Mannschaft dabei, nach 43 Minuten mit dem 21:20 zum ersten Mal überhaupt in Führung zu gehen.

Der Charakter des Spieles änderte sich. Im ersten Durchgang waren viele Treffer gefallen und die meisten Angriffe dauerten nicht allzu lang. Jetzt spielten die beiden Mannschaften den Ball lange in ihren Reihen und warteten geduldig auf die Lücke. Zudem hatte sich das Glück der Keeper komplett gedreht: Bieber, bejubelt in Hälfte eins, hielt jetzt keinen Ball mehr, Dorsch im Friedberger Tor dafür fast jeden.

Der VfL schaffte in den 23 Minuten nach der Pause ganze vier Treffer. Friedberg spiele vorne solide und setzte gegen die offensive Günzburger Abwehr nun vermehrt auf kleinere, schnellere Spieler im Rückraum. Timo Riesenberger nutzte jetzt die Räume gut aus, Kreisläufer Paul Thiel blieb der stete Unruheherd, der oft nur durch heftige Fouls gestoppt werden konnte. Zudem hatte Friedberg in Fabian Abstreiter einen enorm sicheren Siebenmeterschützen, der sich auch durch die Kulisse nicht aus der Ruhe bringen ließ und bei sieben Versuchen sechsmal traf.

Nach dem 20:20 drehte der TSV so die Partie. Danach war er stets mit zwei oder drei Toren vorne und gewann ein hochklassiges und spannendes Handballspiel am Ende verdient mit 31:28 (15:18).

Trainer Fadil Kqiku war hochzufrieden: „Die Mannschaft hatte anfangs Probleme, da sind wir mit dem schnellen Günzburger Rückraum nicht gut zurecht gekommen. Aber als wir auf eine 5 – 1 – Abwehr umgestellt hatten um den bärenstarken Vorgezogenen Stefan Tischinger, fand Günzburg keine Lösungen mehr. So konnten wir diesen wichtigen Sieg feiern und unseren Fans nach zwei Niederlagen aus den letzten beiden Spielen endlich wieder ein Erfolgserlebnis bescheren.“

 

Dorsch, v. Petersdorff; Okyere; Haggenmüller (3); Thiel (4); Kaulitz (2); Müller (2); Riesenberger (5); Tischinger (2); Dittiger (3); Abstreiter (10/6); Prechtl.

 

Domenico Giannino (gia)