Wieder haben die Friedberger Handballer einen Rückstand in den Schlussminuten noch aufholen können. Bayreuth reichte im Verfolgerduell der Bayernliga auch ein 25:21 kurz vor dem Ende nicht, die hart geführte Partie endete schließlich mit 29:29 (14:14).

Die Franken und der TSV haben sich in den letzten Jahren einige extrem ruppig geführte Begegnungen geliefert. Auch am Samstag sahen die Zuschauer in der TSV – Halle eine intensive Partie, in der einige Spieler längere Behandlungspausen brauchten. Und gleich nach gut drei Minuten kam Michael Schnitzlein von einer solchen nicht mehr zurück: Der Mittespieler hatte sich nach einer Abwehraktion an der linken Schulter verletzt und musste mit großen Schmerzen vom Feld. Ihm droht eine längere Pause.  

Bis zum 7:9 nach 12 Minuten hatte Bayreuth deutlich mehr vom Spiel. Die Friedberger Defensive hatte die wurfstarken Halben überhaupt nicht im Griff, vorne provozierte die extrem offensive Deckung der Gäste einige technische Fehler. Erst nach einer Auszeit stabilisierte sich der TSV: Bis zur Pause fing er sich nur noch fünf weitere Gegentreffer. Schnell hatte er den Ausgleich geschafft, mehr als kurzzeitige Führungen verhinderten aber weitere Unkonzentriertheiten und Fehlwürfe im Angriff. Zur Pause stand es so folgerichtig 14:14 Unentschieden.

Bayreuth erwischte dann den deutlich besseren Start. Dem frühen 16:19 lief Friedberg lange hinterher, jetzt verlor die Defensive erneut ihre Stabilität. Bis weit in die Schlussphase hinein hatte Bayreuth auch aufgrund der schlechten Friedberger Chancenverwertung teils klare Vorteile. Beim Stand von 21:25 sieben Minuten vor dem Ende schien alles auf die erste Friedberger Niederlage seit Ende November hinzudeuten.

Die Wende brachte ein gehaltener Siebenmeter. Das sorgte für eine enorme Leistungssteigerung bei Keeper Benjamin von Petersdorff, der in der Folge viele weitere Würfe abwehren konnte. Andreas Dittiger traf in der Schlussphase mehrmals, aber den Ausgleich erzielte 30 Sekunden vor Schluss Daniel Okyere. Als der gut aufspielende Maximilian Schneider bei einem Konter am Torwart gescheitert war, setzte der Kreisläufer nach, holte den Ball von der linken Außenlinie und war schneller als gleich drei zurückeilende Bayreuther. Das 29:29 (14:14) hatte bis zur Schlusssirene Bestand, Friedbergs Abwehr hielt dem letzten Angriff Stand.

Trainer Mirko Pesic freute sich über den hart erkämpften Punkt: „Wieder muss ich der Mannschaft ein riesengroßes Kompliment machen. Wir hatten lange große Probleme mit dem sehr aggressiven Gegner, aber in den letzten Minuten ist jeder auf dem Feld über sich hinausgewachsen. In 19 Stunden wartet leider schon das Pokalspiel in Laupheim auf uns, dann wird Michael Schnitzlein auf jeden Fall fehlen. Ein längerer Ausfall unseres Spielmachers wäre eine echte Katastrophe.“

V. Petersdorff; F. Dorsch; Okyere (2); Thiel (7); Schnitzlein; Augner (3); Loris; Wiesner (1); Schneider (6/2); Dittiger (5); Fuchs; Abstreiter (4); T. Müller (1).

Domenico Giannino (gia)