Der TSV Friedberg ist der Gewinner des bayerischen Pokals in der Saison 2017/18. Die Handballer setzten sich im Final Four in Simbach erst gegen die Gastgeber und dann im Finale gegen Anzing durch. Damit gehört ihnen zum ersten Mal seit 2013 wieder der Molten Cup.

Diese beeindruckende Leistung gelang dem TSV ohne zwei wichtige Akteure. Sowohl Keeper Benjamin von Petersdorff als auch Fabian Abstreiter reisten am Samstag nicht mit nach Simbach. Abstreiter hatte sich am Donnerstag im Training verletzt, die erste Diagnose weist auf einen Bluterguss im Knie hin, mehr weiß man Anfang nächster Woche. Von Petersdorff fehlte aus privaten Gründen, die beiden Torhüter für das Pokalturnier waren Matthias Kraus und Gerald Schwarz.

Im Halbfinale wartete Simbach auf den TSV. Der Landesligist spielt um den Aufstieg mit, hatte aber beim 35:23 (16:11) keine Chance gegen Friedberg.

Die Defensive gewann dem Bayernligisten dieses Spiel. Nach dem 4:4 kassierte er in den nächsten 16 Minuten nur drei Treffer und stellte den Abstand so nach 20 Minuten bereits auf 11:7. Dank der ausgezeichneten Abwehr fiel auch der Gegentreffer zum 16:11 in der letzten Sekunde der ersten Hälfte nicht allzu sehr ins Gewicht.

Nach Wiederbeginn machte Friedberg schnell alles klar. Ein Zwischenspurt ließ den TSV seine Führung von 16:12 auf 21:12 ausbauen. Simbach hatte danach nur noch wenig zu bestellen. In der jetzt sehr einseitigen Begegnung verteidigte Friedberg weiterhin sehr stark und baute die Führung immer weiter aus. Mit dem 35:23 (16:11) stand schließlich der Finaleinzug fest. Dort wartete der Liga – Konkurrent aus Anzing, der sich gegen den MTV Ingolstadt mit 35:32 durchgesetzt hatte.

Jetzt bot sich den Herzogstädtern die Chance auf die Revanche für die Niederlage in der Liga Ende November. Und dies nutzten sie aus, wieder war die starke Abwehr der Garant für den Erfolg.

Nach dem 3:3 war Friedberg stets vorne. Deutlicher wurde es nach dem 8:7, sechs Minuten ohne Gegentor brachten einen 11:7 Zwischenstand. Angeführt von Peter Haggenmüller, der zehnmal traf, und Thomas Wagenpfeil, im Finale siebenmal erfolgreich, stellte der TSV zur Pause auf 15:10.

Aber die gesamte Mannschaft zeigte eine hervorragende Vorstellung. Und wieder bauten die Herzogstädter ihre Führung früh im zweiten Durchgang vorentscheidend aus. Diesmal machten sie aus einem 17:12 binnen weniger Minuten ein 22:12.

Anzing kam nur noch beim 25:18 etwas näher heran, aber diesen Sieg ließ sich Friedberg nicht mehr nehmen. Nach 60 Minuten stand ein 32:23 (15:10) auf der Anzeigentafel. Der TSV Friedberg hatte es geschafft: Unter dem großen Jubel der Mannschaft und der mitgereisten Fans nahmen sie den bayerischen Pokal als Sieger in Empfang.

Trainer Mirko Pesic war überglücklich: „In beiden Spielen sind die Jungs toll aufgetreten. Sie waren kampfstark, aggressiv und immer aufmerksam in der Abwehr. Vor dem Turnier waren wir nicht ganz so optimistisch, da uns zwei starke Spieler fehlten, aber jetzt freuen wir uns alle über zwei super herausgeholte und großartig erkämpfte Siege. Den Triumph im Pokal hat sich die gesamte Mannschaft durch zwei richtig gute Spiele redlich verdient.“

 

Tore aus beiden Spielen addiert:

M. Kraus; G. Schwarz; Okyere (5); Haggenmüller (15/8); Wagenpfeil (10); Thiel (4); Schnitzlein (6); Augner (7); Loris (5/1); Wiesner (1); T. Müller (3); M. Schneider (6); Dittiger (4); Tob. Müller (1).

 

Domenico Giannino (gia)